Rudolf Meyer wirkt seit Frühjahr 2001 als freischaffender Musiker.

1943 in Küsnacht am Zürichsee geboren, erhielt Rudolf Meyer, nunmehr Vater dreier erwachsener Töchter und mehrfacher Grossvater, seine Ausbildung vorerst an MUSIKAKADEMIE UND KONSERVATORIUM ZÜRICH mit entsprechenden Diplomabschlüssen in Orgel (Hans Vollenweider, Konzertdiplom), Schulmusik (Andreas Juon), Kirchenmusik (Jakob Kobelt) und Komposition (Robert Blum). 1966 erfolgte ein Studienaufenthalt in Paris für Orgel bei Marie-Claire Alain und in Kontrapunkt an der ECOLE CESAR FRANCK (Claude Terrasse). Verschiedene Meisterkurse in Orgelspiel, Improvisation und Aufführungspraxis in Europa bei Anton Heiller, Luigi-Ferdinando Tagliavini, Jean Guillou, Nikolaus Harnoncourt und weiteren.

Erste berufliche Erfahrungen stellten sich 1962-1965 ein als Organist in Uetikon a.S. Nach dem Pariser Aufenthalt wirkte er als Organist und Kantor an der Stadtkirche Burgdorf BE. Daran schloss sich für den Vater dreier Töchter 1971 bis 1976 das Organistenamt in evangelisch Rapperswil-Jona an sowie die Schulmusik am Gymnasium des CHRISTKÖNIG-KOLLEGIUMS NUOLEN SZ und die Leitung des Kirchenchores Oberrieden ZH.

1976-2001 hatte Rudolf Meyer die Stelle des Ersten Organisten an der Stadtkirche Winterthur inne mit ihrer einmaligen, geretteten und restaurierten Walcker-Orgel von 1888 in Verbindung zur Lehrtätigkeit mit eigener Berufs- und Konzertklasse an der MUSIKHOCHSCHULE WINTERTHUR ZÜRICH. Weitere zeitweise Anstellungen bestanden an der SCHOLA CANTORUM BASILIENSIS (Improvisation), am AARGAUISCHEN EVANG. SEMINAR FÜR KIRCHENMUSIK. 1984 erfolgte im Austausch mit David Rumsey ein Aufenthalt als Professor am N.S.W. CONSERVATORIUM OF MUSIC in Sydney. Frühjahr 1996 Ernennung zum Professor und danach kurze Tätigkeit an der HOCHSCHULE FÜR MUSIK KÖLN 1996/97.

Dazu gehören auch Gründung und Leitung von 1980-1990 der CAPELLA MUSICA LOQUENS ZÜRICH und die Begründung und Leitung der fünf INTERNATIONALEN ORGELTAGUNGEN WINTERTHUR 1985-1999 als Plattform für künstlerischen Austausch im Orgelfach. 1987 wurde Meyer der FRIEDRICH-ERNST-PREIS WINTERTHUR verliehen. Als Berater von über 50 Orgelrestaurierungen, Umbauten, Neubauten oder Rettungen engagiert er sich für eine gerechtere Wahrnehmung qualitativ hochstehenden Orgelbauens, auch der 19. und 20. Jahrhunderte. Im PAPE-VERLAG BERLIN erschien 1999 seine Schrift «Umgang mit unzeitgemässen Orgeln». Er ist Mitglied nationaler und internationaler Interessenverbände für das Orgelwesen (Vorstand AGSO, IAOD), Gastreferent bei der VEREINIGUNG DER ORGELSACHVERSTÄNDIGEN DEUTSCHLANDS (VOD) oder am 6. GOart-Symposium Göteborg 2004. Mitleiter des Symposiums ORGEL 2011.

Konzertant, an Festivals, CD-einspielend, als Juror von internationalen Wettbewerben, an Symposien oder Leiter von Meisterkursen (Lausanne, Berlin, Köln, Toulouse, St. Petersburg) wirkt Rudolf Meyer in Europa, Übersee und Russland. (TRIVIUM ORGANISTICUM BACHENSIS, 2006 Frastanz-A, 2007 Brig-CH, 2008-Naumburg D) Hinzu kommen von ihm geleitete Projekte wie Orgelnächte, Stummfilmmusiken Hörspielmusiken, Märchendichtung, Musical, oder Uraufführungen eigener und fremder Werke. Seit 1989 ist zudem das Komponieren neuer Schwerpunkt. 2005-08 wirkt Rudolf Meyer in den Organistenteams an der wunderbaren ref. Kirche Elgg und auch in St. Arbogast Oberwinterthur. 2011 erfolgte unter seiner Leitung vom Orgelpositiv aus Bachs Matthäus-Passion als Vergegenwärtigungs-Projekt. Orgelkonzerte mit Tanz-Choreografie seit 2000. Mitinitiant beim Pilotprojekt KUNSTKLANGKIRCHE ZÜRICH (2011-2018). Begründer der KLANGWOCHENENDE ANDEER ab 2017 zusammen mit Sheila Woods-Meyer («Winterreise», «Dichterliebe», Barockmusik mit Bernhard Ströbel, Tenor und Ensembles, Isabel Hein, Choreographie))

Sein umfangreiches kompositorisches Schaffen mit gegen 100 Titeln umfasst 68 Kompositionen für Ensembles, Chöre und Orgelmusik. 2016 MUSIK-THEATER-Theater «MÄNSCHE CHILE» im Auftrag der Evang. Kirchgemeinde Elgg mit Regisseur Stephan Lauffer zusammen. Hinzu kommen zahlreiche Bearbeitungen und Orgelübertragungen, z.B. Jupiter-Sinfonie von Mozart u.a.

Fassung 9. Dezember 2018